Heilig Abend in Sichtweite

Bald sind vier Wochen Adventsrummel wieder geschafft! Die letzten Weihnachtsfeiern, die letzten Weihnachtskonzerte, die letzten Vorbereitungen „last minute“, während die ersten Weihnachtsmärkte schon schließen. Und dann kommt, meist schneller als gedacht, tatsächlich „Heilig Abend“ um die Ecke und ist plötzlich da und will festlich begangen werden: Mit Kirchgang, Singen, Bescherung, Festessen und Familienbesuch! Ach ja, Ruhe und Besinnlichkeit und Friede im Herzen soll sich bitte auch noch einstellen. Wozu sonst der ganze Einstimmungsstress?
Doch wie kann man am 24. Dezember so schnell den Schalter umlegen, wie kann man nach der wochenlangen Vor-Feier zum eigentlichen Fest-Tag, gar zur „Stillen Nacht“ gelangen? Ich habe den Verdacht, da man muss schon ein paar Tage vorher bremsen. In diesem Jahr schenkt uns der 4. Advent ja freundlicherweise noch zwei Extra-Tage bis Weihnachten. Die könnte man nutzen, um schon mal Vorbereitungen und Erwartungshaltung auf ein vernünftiges Maß herunterzubremsen.
Ja, der Heilige Abend kommt in Sichtweite, wie die Kirche auf dem Bild hinter dem Adventsrummel. Nun liegt es an uns, den Rummel nach und nach herunterzufahren, das Riesenrad der Zeit vielleicht auch mal ganz zum Stillstand zu bringen – damit wir IHN empfangen können, den kommenden Herrn Jesus Christus.
Niemand geringeres als der Friedefürst, der Heiland, der Retter will am 24. zu uns kommen. Das Licht der Welt, das unsere oft so dunkle Welt heller machen will, friedlicher, gerechter – überall dort, wo wir auf ihn warten. Doch er braucht Raum in unseren Herzen. Darum sollten wir uns jetzt endlich auch Zeit nehmen für Jesus. Wir sollen und dürfen los-lassen, was uns dauernd beschäftigt und besorgt, auf dass Jesus in unserem Herzen einzieht, dort geboren wird. Erst dann wird Weihnachten.
In diesem Sinne bete ich darum, dass es uns dieses Jahr gelingt, den Adventsmarathon rechtzeitig zu beenden. Nicht mit letzter Kraft, sondern mit kräftiger Zuversicht sollen wir IHN erwarten: „Christus ist unser Friede.“ (Epheser 2,14) Erst in unseren Herzen, dann aber in der ganzen Welt will ER überwinden, was Unfrieden schafft. Nicht nur in der Festzeit, sondern auch im Alltag will er den Frieden größer machen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gelassene Weihnachten! Lassen Sie Christus Raum, lassen Sie IHN in sich wirken – zum Frieden für uns alle.
Pfarrer Martin Schuler
