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Impuls 2023-10-01

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Nicht nur heute…

An diesem Wochenende feiern wir Erntedank – ein Sonntag im Jahr, an dem bewusst an das Danken erinnert wird. „Danke für diesen guten Morgen…“ schallt da durch viele Kirchen. Es werden Altäre geschmückt mit den Erntegaben, die mitgebracht werden. Einfach aus dem, was da ist, was gewachsen ist, was groß geworden ist, entstehen die herrlichsten Altarbilder.

Es ist gut und wichtig, dass es diesen Tag gibt: weil uns bewusst werden darf; wie viel uns zum Leben, zum Essen, zum Staunen geschenkt ist; weil uns klar werden sollte, dass nichts einfach selbstverständlich ist und viele Landwirte und Mitarbeitende viel Arbeit und Herzblut rein gesteckt haben, damit wir profitieren können; weil es schön ist, wenn so viele Familien mit ihren Kindern kommen und ihren Apfel, ihre Gaben mitbringen.

Und es ist gut und wichtig, dass es nicht nur diesen einen Tag im Jahr gibt, an dem wir dankbar sind; an dem wir uns an all das erinnern, was uns geschenkt ist. Denn Erntedank ist auch das: eine Erinnerung, dass ich mein Leben nicht selbst in der Hand habe. Dass es da einen gibt, der mir das Leben geschenkt hat. Dass es da Menschen gibt, die mich zu dem gemacht haben, wer ich heute bin: eine Familie, die mich geliebt, versorgt, gefördert hat; die mich kennt, so wie ich bin. Freunde, die mich getröstet, hinterfragt und begleitet haben. Wegbegleiter, die mir manchmal zufällig begegnet sind und die mit mir das volle Leben erlebt haben in all seinen Facetten. Dafür will ich dankbar sein und das definitiv nicht nur an einem Tag im Jahr.

Und manchmal ist es einfach auch so, dass einem die Lebensumstände das dankbar sein erschweren. Dass man im Alltag überhaupt nicht mehr daran denkt oder dazu kommt, wenn doch augenscheinlich alles so selbstverständlich ist. Im 1. Thessalonicher steht: „Dankt Gott, ganz gleich wie eure Lebensumstände auch sein mögen.“ Dieser Vers aus der Übersetzung der „Hoffnung für alle“ berührt mich. Dankbar sein, egal wie voll oder wie schwer der Tag auch sein möge. Vielleicht finden wir nicht immer sofort viele Gründe zum Danken, vielleicht braucht es aber auch genau dieses: zur Ruhe kommen, in sich hinein hören, sich bewusst umschauen, um dann aus vollem Herzen DANKE sagen zu können. Der Erntedank und die Gottesdienste dazu könnten dafür eine Motivationshilfe sein.


Diakonin Sabrina Schade