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Impuls 2022-12-24

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Jesus bewirkt Sperrung des Residenzplatzes

Eichstätt.  „Jesus wirkt, auch heute noch!“ So rief der evangelische Pfarrer Martin Schuler in seiner Predigt den zahlreichen Gläubigen auf der ökumenischen Freiluft-Christvesper zu, die heuer zum dritten Mal auf dem Residenzplatz stattfand und auch live via Internet übertragen wurde.

Jesus bewirke an Heilig Abend nicht nur die Sperrung des Residenzplatzes, sondern sorge auch dafür, dass unterschiedlichste Menschen an diesem Ort zusammenkämen, zu einer guten Gemeinschaft, so Schuler weiter. Diese Gemeinschaft folge unmittelbar aus dem Charakter von Jesu Geburt: „In schlichten Verhältnissen, als Mensch unter Menschen“, sei der „Friedefürst, ein freundlicher und den Menschen zugewandter König“ in die Welt gekommen und mit ihm die „Vision von Frieden und Gerechtigkeit“, als Alternative zu Konkurrenzkampf, Gewalt und Krieg, die diese Welt zu oft prägten. Auch wenn diese Vision manchmal schwach erscheine, „so bin ich dankbar, dass es sie gibt“, bekannte Schuler.

Das kleine, auf Hilfe angewiesene Jesuskind „fordere“ aber auch das Mitwirken eines jeden Christen zur Verwirklichung dieser Vision. „Wann immer wir Christen uns für eine gute Gemeinschaft einsetzen, für Frieden und Gerechtigkeit, aber auch für die Bewahrung der Schöpfung – überall dort geschieht das Wunder: Da kommt der Friedefürst Jesu in die Welt und wirkt in uns und durch uns Christen.“ Die Welt habe solche Menschen, die „im Geist Jesu“ handeln, nach wie vor nötig.

Dazu schenke Jesus auch bis heute „die Kirchen, die sichtbare Gemeinschaft der Glaubenden“, damit man mit seinen Fragen und Zweifeln nicht alleine glauben müsse, sondern sich austauschen könne unter Gleichgesinnten. Aber auch Hilfeleistung gegenüber den Mitmenschen und professionelle Organisation karitativer und diakonischer Projekte mit genügend Geld und Personal sei „der gute Sinn von Kirche“. Die „Schattenseiten“, die es wie in jeder menschlichen Gemeinschaft auch in der evangelischen wie katholischen Kirche gebe, „müssen und können überwunden werden, damit die Kirche so ist, wie sie von Jesus her sein soll: Eine sichere Heimat für alle Suchenden in einer schwierigen Welt.“ Dies hänge freilich nicht allein von den Kirchenoberen ab, sondern von einem jeden einzelnen Christen. „Jesus wirkt, Jesus bewirkt Veränderung zum Guten – wirken auch Sie mit, im Geiste Jesu!“ so lautete das Schlussplädoyer des evangelischen Geistlichen.

Die liturgische Gestaltung übernahm Dompfarrer Josef Blomenhofer, unter Mitwirkung des evangelischen Posaunenchores. Blomenhofer dankte den zahlreichen Unterstützern, die diesen besonderen Gottesdienst möglich gemacht hatten, und erbat die Kollekte am Ausgang für Adveniat und Brot für die Welt. So war die Freiluft-Christvesper ein gelungener Ausdruck der lebendigen Ökumene zwischen Katholiken und Evangelischen in Eichstätt.

Krippenspiel in der Erlöserkirche

Bereits am Nachmittag präsentierten 28 Kinder und Jugendliche in der evangelischen Erlöserkirche das Krippenspiel „Detektiv Spürnase und die Krippe“. Darin wird erzählt, wie der Evangelist Lukas einst die Geburtsgeschichte Jesu verfasst hat. Unterstützt wurden die Darsteller von Katharina Reinl am Klavier und Carlheinz-Wolf an der Orgel. Großer Dank gilt auch dem Kindergottesdienst-Team für die unermüdliche Probenarbeit sowie dem Streaming-Team für die Live-Übertragung des Gottesdienstes im Internet.

In seiner Predigt betonte Pfarrer Martin Schuler: „Zum Glück hat sich der Evangelist Lukas die Mühe gemacht, die Geburt Jesu aufzuschreiben“ – denn darin werde schon deutlich, wer dieser Jesus ist: „Einerseits ein ganz normaler Mensch an unserer Seite, aber eben auch der für alle Menschen zugängliche Gottessohn, der Erlöser, der Friedefürst, das Licht der Welt, das das Leben aller Menschen hell machen will.“ Gerade in den dunklen Stunden, gerade in Einsamkeit oder Verzweiflung rufe die Geburtsgeschichte bis heute zu: „Komm zum Licht von Jesus! Lass dich von diesem Kind verzaubern und verwandeln, setze all deine Hoffnung auf diesen wachsenden Jesus, den wahren König der Welt, der am Ende sogar den Tod besiegen wird.“

In den Fürbitten zündeten die Kinder 12 Kerzen für ihre Gebetsanliegen an. Am Ende waren alle Gläubigen eingeladen, mit eigenen Laternen das Friedenslicht aus Bethlehem mit nach Hause zu nehmen.