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2021-09-19

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Auf die Wurzeln kommt es an!

An der Altmühl, direkt am Fluss stehen mächtige Bäume, mit starkem Stamm und hoher Krone. Zwischendrin stehen immer wieder auch ziemlich junge Bäume, gar noch nicht so lange gepflanzt. Auch sie werden noch wachsen, jedes Jahr wieder ein bisschen höher.

Doch dafür müssen die Voraussetzungen stimmen. Was braucht also so ein Baum zum Wachsen? Ganz klar: Luft und Licht. Aber das reicht noch lange nicht! Ganz grund-legend braucht so ein Baum auch kräftige Wurzeln, die sich tief und fest in den Boden eingraben. Nur mit guten Wurzeln findet der Baum einen festen Stand, kann aufrecht nach oben wachsen und auch so manchem Sturm standhalten. Ohne Wurzeln geht das nicht!

Und über die Wurzeln bekommt der Baum noch etwas anderes, ganz wichtiges: Wasser! Wasser ist Leben. Ohne Wasser geht überhaupt nix! Beste Voraussetzungen hat so ein Baum also, wenn er nahe an einem Bach oder Fluss steht. Dann kann der Baum sogar Trockenzeiten aushalten, wenn es lange nicht regnet. Denn er holt sich das Wasser über seine tiefen und weitverzweigten Wurzeln aus dem hohen Grundwasserspiegel in der Nähe des Flusses.

Noch etwas fällt auf an den Bäumen entlang der Altmühl: Es ist in der Regel ganz gut, wenn die Bäume nicht völlig alleine in der Gegend herumstehen, sondern wenn sie zu mehreren zusammenstehen. Dann können sie sich gegenseitig vor Stürmen schützen, den Wind brechen. Über die Wurzeln können die Bäume sogar miteinander kommunizieren, sich austauschen, habe ich mal gelesen. Manchmal geben sie sich über die Wurzeln auch gegenseitig Nährstoffe weiter; gerade den jungen oder schwachen Bäumen hilft das sehr.

Vieles von dem, was ich eben aufgezählt habe, gilt auch für uns Menschen: Auch wir Menschen müssen „wachsen“. Gerade am Anfang, wenn wir auf die Welt kommen, aber auch später noch; dann geschieht das Wachsen eher innerlich. Dafür brauchen auch wir Menschen nicht nur Licht und Luft, sondern wie die Bäume auch kräftige „Wurzeln“, damit wir einen guten Stand haben, so manchen Sturm überstehen, immer wieder neue Lebenskraft bekommen und so manche „Trockenzeit“ in unserem Leben überstehen.

In unserer Bibel heißt es sinngemäß (Jeremia 17,7-8): Gut dran, gesegnet ist ein Mensch, wenn er sich auf Gottes Wort verlässt, wenn er sich in Gottes Liebe ganz tief einwurzelt. So ein Mensch ist wie ein Baum am Fluss gepflanzt. Der hat immer genügend Wasser; selbst wenn es nicht regnet, geht’s ihm gut; er hat trotzdem grüne Blätter und wird wachsen und gute Früchte bringen.

Dazu lädt Gott uns alle ein. Auch Jesus sagt einmal sinngemäß (Johannes 4,10.13-14 und Offenbarung 21,9): Ich bin die Quelle des Lebens und will euch lebendiges Wasser geben. Wer auf mich vertraut, wer meine Worte hört, dem geht es gut. Der wird keinen innerlichen Durst haben, dem wir nichts fehlen. Man könnte in Fortführung der obigen Gedanken auch sagen: Wer fest in Jesus verwurzelt ist, sich nach ihm ausstreckt, den haut nichts um; der kriegt immer wieder neue Lebenskraft, wie ein Baum direkt am Fluss gepflanzt.

Ich wünsche uns allen, dass wir das in der kommenden Zeit immer wieder erleben, dass wir beständige Lebenskraft und Zuversicht aus unserer tiefsten Quelle (Gott in Jesus) schöpfen können. Damit wir wachsen und reifen und gedeihen. Zugleich mögen wir genügend Mitmenschen um uns herumhaben, die uns in diesem Wachsen unterstützen. Gemeinsam geht es leichter, gemeinsam geht es besser! Auch das zeigen die Bäume an der Altmühl.

Pfarrer Martin Schuler