2020-11-15

SCHAUansFENSTER

Wenn ich abends spazieren gehe, ertappe ich mich immer wieder dabei: Ich schaue gerne durch erleuchtete Fenster.
Das passiert ganz automatisch. Fenster haben auf mich eine anziehende Wirkung. Sie markieren die Grenze zwischen Innen und Außen, zwischen öffentlichem Raum und privatem Bereich. Im Gegensatz zu den meisten Türen aber, die ebenfalls eine solche Grenze darstellen, lassen Fenster die Sicht frei für neugierige Blicke.
So habe ich bei meinen Spaziergängen bereits unvermutet eine Turnhalle entdeckt, neue Büroräume in der Innenstadt erkundet und eine Katze beim Ballspielen in einem Wohnzimmer beobachtet.

Wem es ebenso geht wie mir, muss sich aber nicht gleich schämen. Denn Fenster haben auch die Funktion der Kommunikation und des Kontakts zur Außenwelt. So gestalten viele Läden, Büros und Privatleute ihre Fenster ganz bewusst und laden damit andere zum Hingucken ein. In der Adventszeit ist das ganz besonders der Fall. Lichterketten, goldene Sterne und Engelgirlanden schmücken die Fenster und ziehen die Blicke der Vorbeigehenden bei Tag und Nacht an.

Auch die Evangelische Erlöserkirche wird zum ersten Advent die Fenster ihres großen Gemeindesaals am Leonrodplatz schmücken: Mit weihnachtliche Verheißungen und Heilsworten aus der Bibel, mit Strophen aus Advents- und Weihnachtsliedern und mit anderen in diese Kirchenzeit passenden Texten. Mit der Aktion SCHAUansFENSTER ruft die Erlöserkirche auch andere Menschen aus Eichstätt und Umgebung auf – Privatleute, Schulen, Kindergärten, Geschäftsleute, Gastronomen und andere –, es ihnen gleichzutun.

Denn gerade im bevorstehenden Corona-Advent, in dem viele Türen verschlossen bleiben und gesellige Adventsfeiern, -konzerte, -märkte und vieles mehr nicht wie gewohnt stattfinden wird, können solche Schaufenster zu Kontaktflächen werden.

Sie können die Adventszeit sichtbar machen in den Häusern und auf den Straßen mit dem, was ihren Kern ausmacht: Mit ihrem Hoffen („Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.“ Jes 9,1), mit ihrem Trost („Seht, die gute Zeit ist nah“ EG 18), und mit ihrer Freude („Du, Tochter Zion, freue Dich sehr, und Du Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, Dein König kommt zu Dir, ein Gerechter und ein Helfer.“ Sach 9,9).
So lassen sich Hoffnung, Trost und Freude in dieser turbulenten Zeit teilen. So kann ein Zeichen der Verbundenheit inmitten einer Zeit der Trennung gesetzt werden.

„SCHAU ans FENSTER!“, empfehle ich Ihnen für die Adventszeit, ganz ungeniert und neugierig, auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder beim Abendspaziergang.  

Pfarrerin Edina Hilmes

Wer Lust hat mitzumachen:
Ab dem 26. November liegen kalligraphierte / handgeletterte Textvorlagen und wasserlösliche Stifte zur „Ausleihe-to-go“ in der Erlöserkirche, vorderste Bankreihe, bereit. Wer sein Fenster gestaltet bekommen möchte, melden sich im Pfarramt (08421 4416).