2020-08-09

Jesus als fester Grund

Trotz nasser Füße weicht sie kein Stück zur Seite. Und wenn das Waser noch so hoch steigt, dass es um ihre Beine herum nur so braust und brodelt, schlammbraun – auch davon lässt sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Sie bleibt felsenfest mit dem Boden verbunden und hat ein breites Kreuz, trotz mancher Altersschwächen… Die Rede ist von der steinernen Brücke über die Altmühl bei Pfünz. Seit Jahrhunderten steht sie da, mit ihren vier Bögen und drei Pfeilern, und hat schon vieles gesehen: Nicht nur Hoch- und Niedrigwasser, nicht nur Kanus unten durch und Radlfahrer oben drüber; sondern auch Katastrophen aller Art, über Jahrhunderte: Missernten, Seuchen, Kriegsheere… Und sie steht immer noch; weil sie fest gegründet ist.

Ach, wie gerne wäre ich ein bisschen mehr wie diese Brücke: Unerschütterlicher, gelassener im Strom der Zeiten. So manchen Ärger, so manche Sorge, so manche Katastrophe könnte ich gleichmütiger über mich ergehen lassen… Dabei haben auch wir Christen eigentlich so ein unerschütterliches Fundament, schreibt der Apostel Paulus im 1. Korintherbrief 3,11: „Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der (schon) gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ Durch meinen Glauben (und meine Taufe) bin ich in Christus eingesenkt, habe felsenfesten Grund, auch wenn ich manchmal nasse Füße bekomme. Christus ist es, auf den ich mich in jeder Lebenslage verlassen kann und verlassen soll. ER wird mich über alle Abgründe tragen… Eigentlich!

Ja, eigentlich kenn ich sie gut, diese christliche Hoffnungsbotschaft! Im Kopf ist sie angekommen, abgespeichert – aber nicht immer reicht sie bis ins Herz, bis in die Seele. Wenn mich die Anfechtung und die Zweifel ankriechen wie dichter Nebel über der Altmühl, da reichen oft genug die schönsten Bibelworte nicht mehr… Da brauche ich handfeste, anschauliche Zeichen und Symbole wie ebendiese Brücke bei Pfünz.

Ich wünsche uns allen, liebe Leserinnen und Leser, dass wir immer wieder solche Zeichen und Symbole entdecken, zur Stärkung unseres Glaubens. Gerade in aufgewühlten Zeiten brauchen wir gute Bodenhaftung, tiefe Gründung, damit wir so manchen Abgrund (gelassener) überbrücken können, aber auch in gut christlicher Manier für andere dasein können, die ebenfalls Trost und festen Halt suchen.

Also drandenken, wenn Sie das nächste Mal an der steinernen Brücke bei Pfünz vorbeikommen! Diese Brücke ist nicht nur sehenswert, sondern zugleich auch ein Symbol: Selbst wenn alles schwankt – einen anderen Grund kann niemand legen als den, der in deinem Leben schon gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

Pfarrer Martin Schuler